Dienstag, 13. August 2013

Wow, waren das schöne Wolken!

Sind solche dramatischen Szenarien am Himmel nicht viel spannender als die meisten Kinofilme? Diese Wolkenformation
habe ich von unserer Pferdeweide aus nach Westen fotografiert.
Ich kann gut verstehen, dass Meteorologen nichts langweiliger finden als Sonne satt und blauen Himmel. Auch ich finde so ein Wetter, wie wir es zurzeit haben, viel interessanter. Ein Mix aus Sonne und Wolken, zwischendurch ein bisschen Regen (ist doch gut für den Garten) und dazu eine frische Brise aus Westen. Auch in fotografischer Hinsicht hat so ein Wetter viel mehr zu bieten als blauer Himmel bis zum Horizont. Dramatische Lichtstimmungen wie in den Gemälden von Caspar David Friedrich gab es heute reichlich. Das war schon großes Theater, was sich da am Himmel abspielte. Ich habe es genossen (und die Sternschnuppen gestern Abend auch! Aber die wollten sich nicht so gerne fotografieren lassen...).

Montag, 12. August 2013

Einwanderer aus Indien

Die ersten Früchte der Indischen Kermesbeere werden schon schwarz wie Brombeeren.
Es war vor einigen Jahren im Spätsommer, da wunderten wir uns, als wir bei uns im Vorgarten unseres Gästehauses eine merkwürdige Pflanze entdeckte. Mit ihren schwarzen Früchten (die man fast mit Brombeeren verwechseln könnte, würden sie nicht an einer maiskolbenartig geformten Blütenkerze sitzen) sah sie schon sehr exotisch aus. So eine Pflanze hatten wir nie zuvor gesehen. Wie war sie in unseren Garten gekommen? Wahrscheinlich mit einem Vogel. Vor allem Amseln mögen die schwarzen Beeren.
Wir wollten mehr über diese Pflanze wissen und googelten. Irgendwann haben wir dann tatsächlich den Namen herausgefunden: Es handelt sich um die Indische Kermesbeere (Phytolacca acinosa). Sie kommt ursprünglich aber nicht nur in Indien vor, sondern ist auch in China, Japan, Nord- und Südkorea, Bhutan, Myanmar und Vietnam verbreitet. Ihre Blätter werden, solange sie noch jung sind, als Gemüse, ihr Samen als Schneckenmittel verwendet. In der traditionellen chinesischen Medizin wird die Indische Kermesbeere zur Behandlung von Tumoren, Ödemen und bei bronchialen Beschwerden eingesetzt, in Tibet bei schmerzenden Verletzungen. Im Gegensatz zur Amerikanischen Kermesbeere (Phytolacca americana) enthält die indische Variante nur geringe Mengen der giftigen Triterpensaponine.
35 Arten dieser Pflanze gibt es auf der Erde. Der botanische Name Phytolacca ist zusammengesetzt aus dem griechischen Woprt phyton (Pflanze) und dem lateinischen Wort lacca (Lack) und bezieht sich auf das Aussehen der Beeren. Der deutsche Name stammt vom persischen Wort kermes für rot.
Irgendwann ist die Kermesbeere aus unserem Garten verschwunden. Unsere Haus- und Tiersitterin hatte sie, als wir im Urlaub in Schweden waren, mit Unkraut verwechselt, und ausgerissen. Im vergangenen Sommer tauchte die Kermesbeere dann plötzlich wieder auf, und zwar direkt neben dem Komposthaufen, auf dem die ausgerissene Pflanze aus dem Vorgarten des Gästehauses geworfen worden war. Jetzt, im zweiten Jahr an ihrem neuen Standort, hat sie sich schon mehrere Quadratmeter erobert und prächtige Blütenkerzen ausgebildet, an denen die ersten grünen Beeren langsam schwarz werden.
Ich finde es total spannend, solche Pflanzen zu entdecken und ihre Herkunft und Geschichte zu recherchieren. Natürlich muss man es auch immer ein wenig kritisch sehen, wenn sich Exoten von anderen Kontinenten hier bei uns einen neuem Lebensraum erobern und dabei möglicherweise heimische Pflanzen verdrängen. Aber trotzdem freue ich mich, dass unser indischer Einwanderer überlebt hat und nun am Kompost prächtig gedeiht.

So, und jetzt gehe ich 'raus – Sternschnuppen gucken. Schon gestern Abend haben wir viele gesehen. Heute soll es ja geradezu Sternschnuppen regnen. Hoffentlich verziehen sich die Wolken und geben den Blick auf den Sternenhimmel frei.

Sonntag, 11. August 2013

Sonntagsarbeit im Ameisenhaufen und Frisurentrends im Maisfeld

Unterwegs mit Fyffes und Foxy.
Zum Kaffee gab es heute Zwetschgenkuchen vom Blech mit Schlagsahne. Da der Kuchen so lecker war – ich liebe Zwetschgenkuchen und backe ihn in der Zwetschgenzeit jedes Wochenende –, blieb es nicht bei einem und auch nicht bei zwei Stücken. Damit sich die drei Stücke nicht gleich in ungeliebtes Hüftgold verwandeln, haben wir nach dem Kaffee eine Sechs-Kilometer-Runde mit Fyffes und Foxy gedreht. Den Weg durch die Felder, vorbei an einem kleinen Wäldchen, gehe ich mit den Hunden, wenn es die Zeit erlaubt, fast jeden Abend – und dennoch wird es mir dabei nie langweilig. Jedes Mal entdecke ich irgendetwas Neues, Interessantes, Faszinierendes. So auch heute.
Ameisen arbeiten auch sonntags.
Meine erste Entdeckung war ein neuer Ameisenhaufen am Wegesrand. Ich bin mir absolut sicher; Neulich war er noch nicht da! Jetzt ist der Haufen noch ziemlich klein. Ich bin gespannt, wie groß er bis zum Winter noch werden wird. Die Ameisen sind jedenfalls sehr fleißig. Sie arbeiten sogar sonntags.
Da auf dem längsten Teilstück des Weges wegen der mannshohen Maispflanzen an beiden Seiten zurzeit die Sicht etwas eingeschränkt ist und ich mit Tunnelblick unterwegs bin, zieht der Mais meine ganze Aufmerksamkeit auf sich. In der Abendsonne leuchteten die haarartigen Griffel der weiblichen Maisblüten – Mais ist einhäusig getrenntgeschlechtlich, die männlichen Blüten sitzen oben an der Spitze der Pflanze, die weiblichen am Halm im unteren und mittleren Bereich –, und ich fand, sie sehen wie mit Henna gefärbte Haare aus, meinen Haaren ziemlich ähnlich. Mir fiel auf, dass jede Blüte eine andere "Frisur" hat. Ich war ganz begeistert und fotografierte eine ganze Serie von Frisurentrends. Drei davon zeige ich hier:
Maisfrisuren – mir persönlich gefällt die links am besten.
Und zu guter letzt entdeckten wir an der Unterseite eines Blattes einer Wildkirsche ein süßes Heuschreckenbaby.
Ja, die kleine Welt am Wegesrand kann schon sehr faszinierend sein – man muss nur etwas genauer hinschauen.
Gut getarnt: Das Heuschreckenbaby ist genauso grün wie das Blatt, auf dem es sitzt.

Samstag, 10. August 2013

Eine Nymphe und ihr Sonnenhut

Hummeln lieben Sonnenhüte. Wie bitte? Hummel mit Sonnenhüten? Hat die Autorin etwa einen Sonnenstich? Nein, keine Angst, hat sie zum Glück nicht, und natürlich tragen Hummeln keine Sonnenhüte, aber sie fliegen buchstäblich auf sie. Und nicht nur Hummeln, sondern auch andere Insekten, wie das Foto unten zeigt, das ich heute Nachmittag bei uns im Garten gemacht habe. Bei dem kleinen grünen Tierchen auf der Blüte dieser hübschen Blume namens Sonnenhut (Echinacea purpurea) handelt es sich, wenn ich mich nicht irre, um die Nymphe (Larve) einer Grünen Stinkwanze, die auch als Gemeine Stinkwanze oder Gemeiner Grünling (Palomena prasina) bezeichnet wird. Trotz des wenig schmeichelhaften Namens finde ich die Nymphe durchaus schön, und der Sonnenhut steht ihr doch sehr gut, oder? Apropos Sonnenhut: Seit einigen Jahren ist er, vor allem im Winter, in aller Munde, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Echinacea-Präparate werden nämlich gerne in der nasskalten Jahreszeit verabreicht, um das Immunsystem zu stärken und Erkältungen vorzubeugen. Ob sich auch die kleine Nymphe schon auf diese Weise für den Winter wappnen will?

Der Sonnenhut ist der Nymphe offensichtlich ein paar Nummern zu groß.

Freitag, 9. August 2013

Große, goldgelbe Rollen

Durchaus dekorativ: goldgelbe Strohrollen vor blauem Himmel. Diese hier habe ich heute Abend zwischen Luttern und Beedenbostel im Landkreis Celle fotografiert.
Wer heute durch die Südheide fuhr, sah auf den Stoppelfeldern ganz viele große, goldgelbe Rollen herumliegen. Auf mich wirken sie immer ein wenig so, als hätte ein Riesenkind vergessen, nach dem Spielen seine Bauklötze einzusammeln, bevor es abends müde nach Hause gegangen ist. Eine Freundin von mir meinte dagegen, auf sie wirken die scheinbar nach dem Zufallsprinzip auf den Stoppelfeldern verteilten Strohrollen wie eine Kunst-Installation. Leider sind die dekorativen Strohballen-Arrangements nach ein paar Tagen wieder verschwunden, sobald die Bauern sie in ihre Scheunen geholt haben.

Kultur-Wochenende


 

Ausnahmsweise gibt es die Ausflugstipps zum Wochenende diesmal erst am Freitag:

Historische Kulturdenkmäler
Dr. Henning Tribian am Water-
loodenkmal, einer der zahlreichen
Stationen auf der Entdeckertour.

Entdeckertour

Außer dem Kloster Isenhagen, der Kirche St. Pankratius in Hankensbüttel, der Kapelle in Bokel und der Dammburg bei Wentorf gibt es noch viele weitere interessante, aber größtenteils versteckt gelegene Kulturdenkmäler im Raum Hankensbüttel. Auf einer Entdeckertour werden sie am Sonnabend, 10. August, erkundet. Die vom Autor des zur Entdeckertour im Calluna-Verlag erschienenen Exkursionsführers, Dr. Henning Tribian, geführte Radtour, die spannend wie eine Schatzsuche zu werden verspricht, beginnt um 13 Uhr in Hankensbüttel. Treffpunkt ist der Brunnen an der Hindenburgstraße vor der Kirche St. Pankratius. Die Tour ist rund 40 Kilometer lang. Unterwegs wird im Heidecafé Bokel eine Kaffeepause eingelegt. Gegen 18:30 Uhr wird die Radlergruppe wieder in Hankensbüttel eintreffen. Die Teilnahme an der Entdeckertour kostet vier Euro pro Person (Kaffee und Kuchen sind nicht im Preis enthalten). 

Orlando 

Barbara Kratz
Barbara Kratz in ihrer One-
Woman-Show.
Im Lesesommer des Schulmuseums Steinhorst präsentiert Barbara Kratz am Sonnabend, 10. August, von 20 Uhr an ihre One-Woman-Show frei nach Virginia Woolfs weltberühmtem Roman Orlando.
"Orlando" gilt als eine der kuriosesten Liebesgeschichten der Weltliteratur. Der junge englische Adlige Orlando durchwandert die enorme Zeitspanne von 350 Jahren, jedoch mit einem kleinen Zwischenfall: Nach der Hälfte des Lebens wechselt er plötzlich sein Geschlecht und lebt fortan als Lady Orlando. Barbara Kratz versucht das abenteuerliche Kunststück, dieses höchst außergewöhnliche Leben mit Hilfe von Zeitzeugen Orlandos zu ergründen. Dafür schlüpft sie blitzschnell in immer neue Rollen und betreibt dafür auf der Bühne ein rasantes Kleidchen-wechsel-dich-Spiel. Eintritt frei, um eine angemessene Spende wird gebeten. Platzreservierungen nimmt die  Südheide Gifhorn GmbH, Telefon 05832/7066, E-Mail hkb@suedheide-gifhorn.de.

Bücherflohmarkt

Bücherflohmarkt
Viele Menschen und noch mehr
Bücher beim Bücherflohmarkt.
Eine Lesesommer im Schulmuseum Steinhorst ohne Bücherflohmarkt – undenkbar! Jahr für Jahr wechseln hier Tausende von Büchern ihre Besitzer.  Der Bücherflohmarkt beginnt offiziell um 11 Uhr, aber erfahrungegemäß kommen viele Besucher schon ein bis zwei Stunden vorher.




 

Donnerstag, 8. August 2013

Die Heide beginnt zu blühen

Vereinzelt blüht sie schon, die struppige Besenheide. Hier ein aktuelles Foto von heute Abend, aufgenommen am Rand der
Bokeler Heide.
Heute auf dem Rückweg aus Uelzen habe ich kurz an der Bokeler Heide angehalten, um mal zu schauen, wie es sich mit der Heideblüte verhält. Ich sah schon viele kleine lila Farbtupfer in der überwiegend noch grünen Heidefläche. Die Blütezeit der Besenheide (Calluna vulgaris) hat also begonnen. Spätestens in einer Woche dürften sich zusammenhängende lila Teppiche gebildet haben.
Wer sich über den jeweils aktuellen Stand der Heideblüte auf dem Laufenden halten möchte, klickt auf der Website der Lüneburger Heide das Heideblüten-Barometer an. Zurzeit steht es bei etwa 23. Das bedeutet, dass bereits 23 Prozent der Heide erblüht ist, und täglich wird es mehr. Illustriert wird das Heideblüten-Barometer mit laufend aktualierten Heidebildern aus allen Regionen der Lüneburger Heide.