Dienstag, 16. August 2016

Da biegen sich die Bäume ...

Mit unseren Pflaumen haben wir nicht so viel Glück, aber dafür biegen sich die Apfel- und Birnenbäume auch in diesem Jahr wieder vor lauter Obst. An einem der Apfelbäume entdeckte ich heute sechs Äpfel an einem Zweig. Hoffentlich bricht der nicht ab!

Unsere Apfelbäume haben's schwer! Nicht weniger als sechs Äpfel hängen am Ende dieses dünnen Zweiges. 

Mittwoch, 10. August 2016

Hundstage für die Katz

Wir lieben Hunde, vor allem natürlich unsere eigenen, aber was wir überhaupt nicht lieben, das sind die Hundstage. Als solche werden bekanntlich die heißesten Tage des Jahres bezeichnet – der Zeit zwischen dem 23. Juli und dem 23. August. In dieser Zeit liegt in der Regel ein Hochdruckgebiet über Mitteleuropa, das für sehr heißes Wetter sorgt.
In diesem Jahr sind die Hundstage allerdings für die Katz. Statt Sonne satt und hochsommerlicher Temperaturen bescherten uns die Hundstage überwiegend wechselhaftes Wetter mit häufigen Schauern und Gewittern und gemäßigten Temperaturen. Von wegen heißer Hochsommer!
Müssen wir den Hunden deshalb böse sein? Nein, im Gegenteil: Dankbar sollten wir ihnen dafür sein, dass wir von einer wochenlangen Hitzewelle verschont geblieben sind. Außerdem sind die Hundstage zwar buchstäblich auf den Hund gekommen, aber ansonsten habend sie mit unseren vierbeinigen Freunden nicht viel zu tun. Die Hundstage bezeichnen eine Schönwetterperiode, die nach dem Stern Sirius benannt wurde, dem Hauptstern im Sternbild Großer Hund. 

Unsere Hunde mussten während der Hundstage bislang eher selten Schatten suchen.

Sonntag, 7. August 2016

Das Missgeschick wächst ziemlich munter

In den Töpfen wachsen kleine Ableger der Schmetterlingshortensie (im Hintergrund). 


Text: Marion Korth / Foto: Inka Lykka Korth
Manchmal nimmt einem der Zufall die Entscheidung ab: Das kleine, merkwürdig abstehende Ästchen an der neu gekauften Schmetterlingshortensie (Hydrangea Butterfly) war so schwächlich, dass ich überlegte, es gleich abzuschneiden. Ich entschied mich dann aber doch dagegen. Eine noch nicht voll entwickelte Pflanze braucht schließlich jeden Ast und jedes Blättchen. Beim Umtopfen – ich schwöre, ich habe nicht nachgeholfen – brach genau dieses kleine Ästchen ab. Ein bisschen schuldbewusst war ich trotzdem.
Das Missgeschick wollte ich in etwas Gutes wenden und habe drei Teilstücke einfach in Anzuchterde gestopft und abgewartet. Nun habe ich drei Mini-Hortensien, alle sind angewachsen, alle bekommen schon neue Blätter. Und die große blüht seit Wochen. Einen Schmetterling habe ich übrigens – da hilft auch der Name nichts – noch nie auf ihr gesehen, dafür Hummeln und Bienen, die ihre süßlich riechenden Blüten anfliegen. 

Samstag, 6. August 2016

Nährboden für neues Leben

Wir sind so froh, dass wir in diesem Sommer bislang von extremer Trockenheit verschont geblieben sind. Es war so traurig, als in den vergangenen Jahren oben auf dem Hügel bei der Pferdeweide, die schon gelb war wie eine Steppe, bevor der Sommer überhaupt richtig begonnen hatte, eine Birke nach dem anderen verdurstete und wir nichts dagegen machen konnten. Die Baumstümpfe erinnern uns an den Verlust, der allerdings weniger schmerzt, seitdem wir entdeckt haben, dass aus dem Totholz neues Leben wächst. Pilze haben die Baumstümpfe besiedelt und gedeihen prächtig auf den langsam verrottenden Holzfasern.
Ein Bild, das den stetigen Kreislauf der Natur illustriert. Totholz wird zum Nährboden für neues Leben.

Freitag, 5. August 2016

"Archäologische Ausgrabungen"

Einst reichte der Rasen bis ans Haus heran. Mittlerweile haben wir schon ein Teil des alten Kopfsteinpflasters darunter freigelegt. Wir sind gespannt, wie weit es sich auf der linken Seite noch unter dem Gras erstreckt. Den gesamten Rasen wollen wir allerdings nicht opfern.
Nicht nur unser 120 Jahre altes Fachwerkhaus steckt voller Überraschungen, sondern auch der Hof. Ob wir einen Zaunpfahl setzen oder einen Baumpflanzen wollen, fast immer kommt, wenn wir ein Loch ausheben, irgendetwas zum Vorschein, was die Menschen, die früher einmal auf dem Hof lebten, weggeworfen haben. Viel Glas und Keramik haben wir schon gefunden, vor allem Plopp-Flaschenverschlüsse aus weißem Porzellan mit den verblassten Logos längst nicht mehr existierender Brauereien und Mostereien. Aber auch Messer, Gabeln und Löffel kamen zum Vorschein – Silberbesteck war allerdings nicht darunter.
Alte, rostige Zange, beim Freilegen des Kopfsteinpflasters
unter dem Rasen gefunden.
Dafür legen wir nach und nach einen anderen Schatz frei, von dessen Existenz wir, als wir vor elf Jahren den Hof übernahmen, noch gar nichts wussten. Wir wunderten uns nur, dass wir bei jedem Spatenstich auf Stein stießen. Irgendwann beschlossen wir, einmal genauer nachzuschauen und hoben mit der Schaufel ein Stück vom Rasen, der bis an den Dieleneingang reichte, ab – und siehe da, darunter kam wunderschönes, altes Kopfsteinpflaster zum Vorschein.
Mittlerweile haben wir schon etliche Quadratmeter freigelegt und sind dabei an der Westseite sogar schon bis zur Abschlusskante der Hofpflasterung gelangt. Wie weit das Pflaster in nördliche Richtung geht, wissen wir noch nicht – wir lassen uns überraschen. Wir kommen uns ein wenig vor wie Archäologen, wenn wir uns langsam mit Schaufel und Fugenkratzer vortasten.
Als wir jetzt wieder zwei Quadratmeter freilegten, stießen wir auf eine rostige Zange. Wie lange mag die wohl unter dem Rasen gelegen haben?

Mittwoch, 3. August 2016

Will sich die Schnecke etwa entwurmen?

Eine Wegschnecke balanciert auf blühendem
Rain
farn, der auch als Wurmkraut bekannt ist.
Ziegen sind nicht nur ziemlich schlau, sondern sie haben auch ihre ganz bestimmten Vorlieben. Bei der Auswahl der Gräser und Kräuter auf der Weide sind sie sehr wählerisch. Rainfarn zum Beispiel mögen sie nicht. Aber zuweilen fressen sie ihn doch, und zwar immer dann, wenn sie mal wieder eine Wurmkur brauchen. Die verabreichen sie sich lieber selbst als sich von uns eine Entwurmungspaste vom Tierarzt ins Maul spritzen zu lassen.
Dass der Rainfarn (Tanacetum vulgare) bei Wurmerkrankungen hilft, wussten schon die Menschen des Mittelalters und nannten ihn deshalb auch Wurmkraut. Ebenso wie die Ziegen wussten sie, dass man ihn sparsam dosieren sollte. Der Gebrauch dieser Heilpflanze nach der Devise "Viel hilft viel" könnte zu heftigen Vergiftungserscheinungen und starken allergischen Reaktionen führen.
Ob sich auch die Wegschnecke, die wir gestern Abend auf blühendem Rainfarn fast einen halben Meter über dem Boden balancierend entdeckten, entwurmen wollte? Nötig hätte sie es bestimmt, schließlich gelten Schnecken doch gemeinhin als Überträger von Würmern. Hundebesitzern wird deshalb geraten, ihre Tiere von Schnecken fern zu halten, damit sie sich nicht die gefürchteten Lungenwürmer einfangen.

Montag, 1. August 2016

Können die Falter nicht mal tauschen?

Seite an Seite blühen bei uns im Garten Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii) und Nachtkerze (Oenothera biennis), und uns kommt es fast so vor, als sei der Frühling zurückgekehrt. Aber nicht nur wir freuen uns über die Blütenpracht, sondern auch die Falter. Während sich die Tagfalter für den intensiv nach Honig duftenden Schmetterlingsflieder begeistern, fliegen die Nachtfalter buchstäblich auf die Nachtkerzenblüten, die sich erst mit dem Sonnenuntergang öffnen und dann einen verführerischen Duft verströmen und im Laufe des folgenden Tages schon wieder verwelken. Doch das ist kein Grund zur Traurigkeit, denn jeden Abend wiederholt sich das faszinierende Schauspiel – viele Woche lang.
Schöne Blüte, schöner Schmetterling – schade nur, dass beide farblich nicht zueinander passen.
Aus fotografischer Sicht würde ich mir allerdings wünschen, dass die farbenprächtigen Tagfalter mit den eher unscheinbaren Nachtfaltern tauschen würden. Auf einer zartgelben Nachtkerzenblüte käme das Tagpfauenauge viel besser zur Geltung als auf der purpurroten Blüte des Schmetterlingsflieders, die ihm in ihrer Farbintensität kräftig Konkurrenz macht. Dagegen würde ein graubrauner Nachtfalter auf einer farbintensiven Blüte nicht ganz so blass erscheinen wie auf einer zartgelben.
Auf der Nachtkerzenblüte kä-
me das Tagpfauenauge gut zur
Geltung, aber darauf fliegen
nur die Nachtfalter.

Schade, dass es immer weniger Zitronenfalter gibt (warum auch immer) – die wären auf der purpurfarbenen Blüte geradezu perfekt platziert. Vielleicht hätten wir lieber einen Schmetterlingsflieder mit lila Blüten kaufen sollen. Der würde zumindest zum Tagpfauenauge besser passen. Vielleicht gehen wir mal mit einem Foto vom Tagpfauenauge in eine Gärtnerei und sagen: "Wir hätten gerne einen farblich dazu passenden Schmetterlingsflieder."
Übrigens sollte, wer etwas für Schmetterlinge tun möchte, nicht nur Schmetterlingsflieder pflanzen, sondern auch weniger rabiat die Brennnesseln im Garten bekämpfen. Die sind nämlich die Hauptnahrungsquelle der Raupen des Tagpfauenauges, und ohne Raupen gibt's im Sommer keine Schmetterlinge.