Dienstag, 1. Oktober 2013

Kirschgroße Beeren

2013 ist offenbar ein gutes Vogelbeerjahr.
Es gibt gute und schlechte Apfeljahre, und auch Kirschen und Pflaumen und die meisten anderen Obstgehölze tragen in einem Jahr mehr, im anderen Jahr weniger Früchte. Das hängt vor allem mit dem Wetter zusammen. Ist es zur Blütezeit im Frühling zum Beispiel zu nass oder zu kalt, sind nur wenige Bienen unterwegs, und viele Blüten bleiben unbestäubt.
Für die Vogelbeere oder Ebersche (Sorbus aucuparia) scheint im Frühling diesmal offenbar alles gut gelaufen zu sein. So große Beeren habe ich jedenfalls noch nie an den Bäumen gesehen. Sie sind tatsächlich so groß wie Kirschen, und somit ist es kein Wunder, dass sich die Zweige unter der Last der Früchte so stark biegen, dass man befürchten muss, sie würden abbrechen.
Hierzulande werden Vogelbeeren als anspruchslose Kleinbäume zwar häufig als Feldrandgehölze gepflanzt, aber ihre Früchte bleiben meisten ungenutzt und somit den Vögeln vorbehalten.
Dabei lässt sich aus den orangen Beeren leckere Marmelade kochen. Durch das Kochen reduziert sich allerdings der hohe Vitamin-C-Gehalt (bis zu 100 mg pro 100 g Beeren)  um ein Drittel .
Früher wurde aus den Beeren der Zuckerersatz Sorbit gewonnen. Inzwischen ist man in der Lage, diesen Süßstoff industriell herzustellen.
In Süddeutschland und der Alpenregion werden auch heute noch Weine, Schnäpse und Liköre auf Vogelbeerbasis hergestellt, und in der Naturheilkunde finden Blätter und Blüten der Vogelbeere, getrocknet und zu Tees verarbeitet,  gegen Husten, Bronchitis und Magenverstimmungen Verwendung.
Roh sollte man die Beeren allerdings nicht essen, denn sie enthalten Parasorbinsäure, die zu Magenproblemen führen kann. Durch Kochen wird die Parasorbinsäure zu Sorbinsäure abgebaut, die gut verträglich ist.

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