Montag, 6. Januar 2014

Abschmücken oder noch hängen lassen?

Gut, dass das Wohnzimmerfenster zum In-
nenhof hinausgeht! So merkt niemand, dass
ich die Weihnachtszeit etwas verlängere.
Irgendwie war das heute ein trauriger Tag. Nicht nur wegen des Regens. Nein, vor allem deshalb, weil die Weihnachtszeit mit ihrem Lichterglanz zu Ende geht. Hatte sie nicht gerade erst begonnen? Mir kommt es jedenfalls so vor. Der heutige Dreikönigstag scheint für die meisten Menschen der Stichtag zum Abschmücken zu sein. Auf dem Weg in die Stadt sahen wir heute Nachmittag vor vielen Gartenzäunen Weihnachtsbäume liegen, die dort zur Abfuhr bereitgelegt worden waren, und etwa in jedem dritten Vorgarten stand ein Mann auf einer Leiter und demontierte  im Demontieren der Weihnachtsbeleuchtung an ihren Blautannen. An einer Ampel direkt vor einer Gaststätte mussten wir halten und konnten, während wir auf die Grünphase warteten, eine Frau beobachten, die energisch eine Girlande aus künstlichem Tannengrün mit eingeflochtener Lichterkette von den Haken an den Fenstern zur Gaststube abriss und in einen großen Eimer stopfte. In einem Laden in der Stadt stand im Eingangsbereich unübersehbar platziert ein Grabbeltisch mit nichtverkauften Weihnachtsdekoartikeln – jedes Teil für 99 Cent. Niemand hat den Tisch beachtet. Weihnachten ist schließlich vorbei.
Auch ich werde wohl morgen schweren Herzens den Stern auf der Lampe im Bürofenster gegen einen normalen Lampenschirm austauschen. Den Stern im Wohnzimmerfenster werde ich aber noch einige Zeit hängen lassen. Das Fenster geht zum Innenhof hinaus, und so kann sich niemand darüber aufregen, dass ich die Weihnachtszeit klammheimlich etwas verlängere. Eigentlich muss mir das auch gar nicht peinlich sein, denn wenn manche Leute schon Ende Oktober ihre Weihnachtsdeko vom Dachboden holen und schon im August die ersten Lebkuchen in den Supermärkten angeboten (und gekauft!) werden, dann darf ich doch wohl die Weihnachtszeit auch nach hinten etwas ausdehnen, oder? Ein bisschen Lichterglanz kann uns auch Ende Januar noch gut tun.

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