Mittwoch, 13. November 2013

Dunkel war’s, ....

Die Zweige einer unserer Eichen heute Abend im Mondschein.
...der Mond schien helle: Obwohl es schon nach Mitternacht und deshalb die Straßenlaternen bereits ausgeschaltet waren, brauchte ich gar keine Taschenlampe, als ich gestern (streng genommen war es ja schon heute) zu unserer üblichen, spätabendlichen Hunderunde aufbrach. Zwar erreicht der Mond erst am Sonntag seine maximale Helligkeit – dann haben wir Vollmond – aber auch jetzt schon ist er als Lichtquelle völlig ausreichend – so hell, dass sich unsere Schatten auf der Straße abzeichnen.
Als wir da so durchs Dorf spazierten, wurde mir wieder einmal bewusst, wie anders wir doch die Nacht in der Stadt und auf dem Land wahrnehmen. Das lag wohl daran, dass ich am späten Nachmittag noch in Hamburg unterwegs war, auch im Dunkeln, aber natürlich ist es in einer Großstadt nie so dunkel wie auf dem Land. Selbst in den dunkelsten Ecken der Stadt hat man immer eine gewisse Grundhelligkeit, was Astronomen übrigens gar nicht lustig finden und sich deshalb aufs Land flüchten, wenn sie irgendwelche Himmelskörper durch ihre Teleskope beobachten wollen.
Immer wieder schwärmen Besucher aus der Stadt über den schönen Sternenhimmel bei uns auf dem Land. Bei wolkenfreiem Himmel lassen sich mit bloßem Auge nicht nur die verschiedenen Sternbilder erkennen, sondern auch die Milchstraße zeichnet sich deutlich ab. Am Hamburger Himmel habe ich noch nie die Milchstraße gesehen.
Natürlich haben auch die Lichter der Großstadt ihren Reiz, und ich habe gestern auf dem Rückweg von Wandsbek nach St. Georg wieder so richtig den Blick über die Alster auf das illuminierte Stadtpanorama am anderen Ufer genossen. Vor allem bei Regenwetter – gestern nieselte es wieder einmal in Hamburg – ist es in der Stadt im Dunkeln viel angenehmer als auf dem Land. Während sich in der Stadt das Licht der Straßenlaternen, Schaufensterbeleuchtung und der Autoscheinwerfer in jeder Pfütze, in jedem Wassertropfen spiegelt, ist es auf dem Land, wenn sich der Mond hinter einer geschlossenen Wolkendecke verbirgt, stockfinster, und ohne Taschenlampe tappt man völlig im Dunkeln und kann leicht die Orientierung verlieren. Trotzdem lebe ich lieber auf dem Land und freue mich hier auf jeden Besuch in der Stadt.
PS: Auf der Rückfahrt im Zug stieß ich gestern beim Blättern in einem Magazin zufällig auf einen zum Thema passenden Artikel: Unter der Überschrift "Licht aus!" warnte die Autorin vor der zunehmenden "Lichtverschmutzung" und plädierte für mehr Dunkelheit, denn, so ihre Erkenntnis: "Licht ist Leben! Aber Dunkelheit auch!"


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