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| Die aus der Kälte kamen: An einer unserer sibirischen Hauspaprikapflanzen zeigt sich die erste rote Schote. |
Seit Jahren schon liebäugele ich mit einem eigenen Gewächshaus. Dann könnte ich meine eigenen Chilis anbauen. Aber die Sache hat einen Haken: Am liebsten hätten es Chilis-Pflanzen, wenn die Sonne jeden Tag sechs bis acht Stunden scheint und die Temperatur nie unter 15 Grad fällt oder über 30 Grad steigt. Solche Lebensbedingungen könnte ich ihnen auch im Gewächshaus nicht bieten, es sei denn, ich beheize es, was aber aus meiner Sicht Energieverschwendung wäre.
Chilis sind noch empfindlicher als Tomaten, und deshalb gelingt es auch kaum, sie unbeschadet über den Winter zu bekommen. In Mexiko soll es Chili-Pflanzen geben, die über 35 Jahre alt sind. Hierzulande werden sie hingegen mangels Licht und Wärme meisten in jedem Frühjahr neu ausgesät. Es sei denn, man hat eine an unser Klima angepasste Sorte. Jawohl, solche gibt es! Die Sorte, die am besten mit Licht- und Wärmemangel zurechtkommt, heißt passenderweise Sibirischer Hauspaprika (Capsicum annuum), und genau diese Sorte kultivieren wir jetzt in Blumentöpfen. Seit einigen Tagen freue ich mich über die erste rote Schote. Sie ist zwar noch winzig, aber immerhin schon eine richtige Chili!
Die Sorte Sibirischer Hauspaprika stammt, wie der Name schon verrät, aus Sibirien und wurde speziell für die Haltung am Fenster während einer relativ kurzen Vegetationsperiode gezüchtet. Sie ist robust, anspruchslos und verzeigt so manchen gärtnerischen Fehler. Deshalb gilt sie auch als ideale
"Anfängerchili". Einziger Nachteil: Sie ist nicht ganz so scharf, wie ich es mir wünschen würde. Ihr Schärfegrad wird auf der Skala von 1 bis 10 mit 7 angegeben.
Wir haben die Samen unserer Sibirier im März in die Erde gebracht und die kleinen Pflanzen dann zu Pfingsten ins Freiland umgesiedelt. Jetzt stehen sie im Küchenfenster und haben schon eine Höhe von einem halben Meter erreicht. Für ein Abendessen reicht der Ernteertrag zwar noch nicht, aber ein Anfang ist gemacht, und wenn die Pflanzen den Winter gut überstehen, werden wir uns im nächsten Jahr ganz auf den Anbau dieser Sorte konzentrieren.
Wir könnten es uns natürlich auch einfach machen und im Frühjahr im Topf vorgezogene Chilipflanzen im Baumarkt kaufen, aber das wäre doch keine gärtnerische Herausforderung und somit ziemlich langweilig...

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