Dienstag, 9. Juli 2013

Die Linden blühen

Man mag kaum glauben, dass so kleine Blüten einen so intensiven Duft verströmen können.
"Wie lieblich ist der Lindenduft!" Wie einst der Dichter Friedrich Rückert (1788 - 1866) könnte auch ich ins Schwärmen geraten. Von den blühenden Linden bei uns an der Straße geht so ein betörender Duft aus, das man fast glauben mag, das ganze Dorf sei parfümiert worden. In diesem Sommer strömt der intensive, süße Duft erstmals von zwei Seiten auf uns ein, denn zum ersten Mal blühen nicht nur die großen Linden an der Dorfstraße, sondern auch die kleine Linde bei uns auf dem Hof. Diese ist ein Ableger des Straßenbaums direkt gegenüber unserer Hofeinfahrt. Wir haben sie vor ein paar Jahren in der Hoffnung gepflanzt, irgendwann einmal unter ihrem Blätterdach im Schatten sitzen und Kaffee trinken zu können.
Die Linde gegenüber unserer Hofeinfahrt.
Wenn sie blühen und uns mit einer kostenlosen Aromatherapie beglücken, sind sie zweifellos am schönsten, aber Linden sind auch, wenn sie keinen Duft versprühen, ausgesprochen hübsche Bäume – und sie können sehr alt werden. Bei uns in der Nähe stehen gleich zwei uralte Linden, eine vor der Dorfgaststätte in Metzingen bei Eldingen und eine vor dem Kloster Isenhagen in Hankensbüttel. Beiden wird nachgesagt, sie seien schon tausend Jahre alt, aber das ist, wie ein Gehölzkundler herausgefunden hat, wohl doch etwas übertrieben. Realistisch dürfte wohl eher ein Alter von 400 bis 500 Jahren sein.
Kein anderer heimischer Baum, auch die "typisch deutsche" Eiche nicht, spielt im deutschen Volksgut eine so große Rolle wie die Linde. Bei den Germanen galt die Linde als heiliger Baum. Unter den Linden wurde getanzt und gefeiert, und es wurden die Gerichtsversammlungen abgehalten.
Linden sind wunderbare Schattenspender und während der Blüte eine beliebte Bienenweide. Ich finde, es gibt kaum einen Honig, der ein feineres Aroma hat als Lindenblütenhonig.

Die riesige, uralte Linde in Metzingen.


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