In der Natur geht es ziemlich grausam zu. Das (Über-)Leben funktioniert nach dem Prinzip
Fressen und gefressen werden. Der Philosoph
Arthur Schopenhauer hat es noch drastischer formuliert. Er beschrieb die Welt als einen
"Tummelplatz gequälter und geängstigter Wesen, welche nur dadurch
bestehen, dass eines das andere verzehrt, wo daher jedes reißende Tier
das lebendige Grab tausend anderer und seine Selbsterhaltung eine Kette
von Martertoden ist".
Auch der Mensch beruft sich gerne – vor
allem um seinen Fleischkonsum zu rechtfertigen – auf das Prinzip Fressen
und gefressen werden. Dabei vergisst der Mensch, dass das Tier tötet,
um zu überleben. Er hingegen tötet für seinen Genuss.
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| Fette Beute: Die kleine, grüne Spinne schleppt eine große, dicke Fliege davon. |
Der Spinne,
die ich heute auf einem Blatt unserer großen Kastanie beobachtet habe,
wie sie eine getötete Fliege, die größer und schwerer war als sie
selbst, abtransportierte, um sie zu verspeisen, ist also kein Vorwurf zu
machen. Sie hat keine Wahl, sie muss Fliegen töten, um zu überleben.
Fasziniert
beobachtete ich, wie die filigrane Spinne die dicke Fliege Huckepack
nahm und sie davontrug. Zum Glück hatte ich gerade die Kamera
griffbereit.
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