Dienstag, 16. Juli 2013

Fressen und gefressen werden

In der Natur geht es ziemlich grausam zu. Das (Über-)Leben funktioniert nach dem Prinzip Fressen und gefressen werden. Der Philosoph Arthur Schopenhauer hat es noch drastischer formuliert. Er beschrieb die Welt als einen "Tummelplatz gequälter und geängstigter Wesen, welche nur dadurch bestehen, dass eines das andere verzehrt, wo daher jedes reißende Tier das lebendige Grab tausend anderer und seine Selbsterhaltung eine Kette von Martertoden ist".
Auch der Mensch beruft sich gerne – vor allem um seinen Fleischkonsum zu rechtfertigen – auf das Prinzip Fressen und gefressen werden. Dabei vergisst der Mensch, dass das Tier tötet, um zu überleben. Er hingegen tötet für seinen Genuss.

Fette Beute: Die kleine, grüne Spinne schleppt eine große, dicke Fliege davon.
Der Spinne, die ich heute auf einem Blatt unserer großen Kastanie beobachtet habe, wie sie eine getötete Fliege, die größer und schwerer war als sie selbst, abtransportierte, um sie zu verspeisen, ist also kein Vorwurf zu machen. Sie hat keine Wahl, sie muss Fliegen töten, um zu überleben.
Fasziniert beobachtete ich, wie die filigrane Spinne die dicke Fliege Huckepack nahm und sie davontrug. Zum Glück hatte ich gerade die Kamera griffbereit.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen